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Wie der Fußball ins Overledingerland rollte

Der Sommer 2024 wird sicherlich bei vielen Fußballbegeisterten im Zeichen der Europameisterschaft stehen, welche in Deutschland ausgetragen wird. Als Mutterland des modernen Fußballspiels, wie wir es heute kennen, wird England angesehen. Ab 1874 wurde auch in Deutschland nach und nach dem Fußball hinterhergejagt. Im Vordergrund standen damals aber die Turnvereine. Dies änderte sich erst, nachdem der Deutsche Fußballbund (DFB) im Jahr 1900 gegründet wurde. Nun wurden feste Strukturen aufgebaut, womit im Laufe der Zeit eine rasante Entwicklung einsetzte. Seit vielen Jahren schon, ist Fußball der mit Abstand populärste Sport in Deutschland 

 

Kurz nach der Gründung des DFB rollte auch in Ostfriesland der Fußball. Aus Straßenmannschaften und Schülerklubs entwickelten sich Vereine. Der älteste ostfriesische Fußballklub, der heute noch existiert, war die Freie Turnerschaft Vorwärts Leer. Heute heißt der Verein SC 04 Leer.

 

Auch im Overledingerland fing der Ball an zu rollen. Hier und da fanden sich junge Männer zusammen und bildeten erste Mannschaften, wie beispielsweise Anfang der 1920er Jahre „Sparta“ Collinghorst, die aber noch nicht als Verein bezeichnet werden konnten. Als „richtiger“ Verein agierte ab 1920 die Spielvereinigung Westrhauderfehn (später TuRa 07). 

 

Weitere Fußballvereine, welche sich in den 1920er Jahren im Overledingerland formierten waren z.B. FC „Stern“ Völlenerfehn, „Viktoria“ Flachsmeer, Fußballklub Spiel und Sport Steenfelderfehn, die Fußballmannschaft des Turnvereins Holterfehn (später „Germania“ Holterfehn), Fußballklub „Eintracht“ Idafehn, „Frisia“ Holte oder „Hertha“ BSC Backemoor. In den 1930er Jahren folgten dann Vereine wie z.B. der VfB Rajen oder „Concordia“ Ihrhove.

 Fußballmannschaft des VfB Rajen in den 1950er Jahren 

Alle Vereine hatten neben der Begeisterung und dem oftmals selbstlosen Einsatz ihrer Vereinsmitglieder eines gemeinsam. Es fehlte meist an allen Ecken und Enden an Geld, Ausrüstung oder einem geeigneten Sportplatz. 

 

Die Westrhauderfehner Vereinsmitglieder waren froh, dass sie mit dem bekannten Gastwirt Jelly Bahns vom Gasthof „Frisia“ (später Hotel „Westerfehn“) einen Förderer hatten, der eine Grünfläche für einen Sportplatz an der Südseite des Untenendes (hinter der damaligen Baustoffhandlung Artur Loger und der Gärtnerei Edzard Meyer) unentgeltlich für den Spielbetrieb zur Verfügung stellte und in seinem Gasthof eine Möglichkeit zum Umkleiden anbot. 

 

Im Gegenzug fanden alle Zusammenkünfte der Fußballer bei Bahns als Vereinslokal statt. Auch Gastwirte in anderen Orten erkannten die Möglichkeiten des Fußballsports und stellten Ländereien als Sportplatz zur Verfügung. Hier entwickelte sich ein reges Vereinsleben, welches aus einem Dorf bis heute nicht wegzudenken wäre. 

 

von Frank Groeneveld

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Veröffentlichung

Fr, 14. Juni 2024

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