Spurensuche zur Bestattungskultur in Ostfriesland
Im Rahmen ihres Februar-Treffens befassten sich die Mitglieder des Arbeitskreises „Familiengeschichtliche Heimatforschung" des Vereins Overledinger Geschichte e.V. mit verschiedenen Themen. Dazu konnte Frank Groeneveld vor kurzem im „Alten Fehnhaus“ in Ostrhauderfehn über 30 Interessierte begrüßen.
Dr. Sonja König, Leiterin des Archäologischen Dienstes der Ostfriesischen Landschaft, hielt den Hauptvortrag. Ihr Thema war die "Bestattungskultur in Ostfriesland von der Steinzeit bis heute". In ihrer umfangreichen Präsentation zeichnete sie den Verlauf der Bestattungssitten bis heute nach. Über die Jahrtausende wandelte sich die Form der Bestattung von jungsteinzeitlichen Großsteingräbern („Trichterbecherkultur“) wie beispielsweise in Aurich-Tannenhausen, über Urnen- und Brandgräbern der Bronze- und Eisenzeit bis in die vorrömische Eisenzeit. In diesem Zusammenhang ging sie auch auf die Zeit des friesischen Königs Radbod ein, der in diesem Jahr im Mittelpunkt von groß angelegten grenzüberschreitenden Ausstellungen in den Niederlanden und Deutschland stehen wird. Anhand weiterer Zeitperioden (z.B. Völkerwanderungszeit, Mittelalter) und etlichen regionalen Beispielen verdeutlichte Frau König die wechselhaft ausgeprägten Bestattungsformen bis in die Neuzeit. Die Zuhörer bedankten sich mit viel Applaus bei Dr. Sonja König.
Vor dem Hauptvortrag gab es einen Austausch von allgemeinen Infos über aktuelle Forschungen auf dem heimatkundlichen Gebiet. Im Anschluss stellte Hermann Adams sein aktuelles Buch mit neuen Erkenntnissen zu den Opfern der in Ihrhove geborenen jüdischen Mitbürgern vor.
Aufbauend auf die Recherchen zum ersten Teil des Buches aus 2017 konnte er nun erneut eine umfangreiche Dokumentation fertigstellen. Beispielhaft ging er auf das Schicksal von Max und Selma Mindus ein. Durch neu zugänglich gewordene Dokumente konnte Adams ermitteln, dass das Ehepaar Mindus nicht im Konzentrationslager Theresienstadt umgekommen ist. Sie überlebten die menschenverachtende Zeit und wanderten später ins amerikanische Kalifornien aus, wo sie 1961 verstarben.
Danach ging es um Wettergeschichte. Frank Groeneveld blickte anhand alter Zeitungsmeldungen auf den Winter 1886 zurück, der sich bis in den März hinein von seiner kalten und schneereichen Seite zeigte.
Die zwischenzeitlich Teepause wurde diesmal von Günther Lüken mit selbstgebackenen Öljeflurten, ein in Öl gebackenes traditionelles Hefegebäck, bereichert.
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