Kapitänshaus mit Geschichte im Fokus
Eine Häusergeschichte stand vor kurzem im Mittelpunkt des Treffens der Mitglieder des Arbeitskreises „Familiengeschichtliche Heimatforschung" des Vereins Overledinger Geschichte e.V. im „Alten Fehnhaus“ in Ostrhauderfehn.
Nach einem allgemeinen Austausch heimatkundlicher Neuigkeiten hieß es „Wenn Mauern reden könnten“. In einem Beamervortrag ließ Heimatforscher Frank Groeneveld die Geschichte des über 100 Jahre alten Kapitänshauses der Familie Gewald an der Hauptstraße in Ostrhauderfehn wieder lebendig werden.
Da Harm Gewald am 4.Januar 1913 verstarb, bewohnte seine Witwe Wilhelmine allein mit den jüngeren ihrer 10 Kinder das Gebäude (u.a. der spätere Orgelbauer Hinrich Gewald). Einige der Räume wurden verpachtet. So bot der Kaufmann Christian Röben in den 1920er Jahren in seinem Kolonialwarengeschäft allerlei Dinge an. 1929 eröffnete Diedrich Olthoff, der die Gewald-Tochter Agathe geheiratet hatte, hier ein Uhren- und Schmuck-Geschäft.
Auch für die Medizingeschichte Ostrhauderfehns ist das Haus von Interesse. Vermutlich nach dem Auszug vom Uhrmacher Olthoff richtete sich hier 1948 mit Franz Olbrich der erste Zahnarzt Ostrhauderfehns seine Praxis ein. Olbrich starb 1953 und als Nachfolger übernahm Günter Wege die Praxis, die er hier bis Ende der 1950er Jahre betrieb. Anschließend wurden die Räume von mehreren Mietparteien bewohnt.
Die Zuhörer bedankten sich mit viel Applaus bei Frank Groeneveld für seinen Vortrag.
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